Was Apherese ist und wie sie funktioniert
Apherese bezeichnet eine Gruppe extrakorporaler Verfahren, bei denen Blut außerhalb des Körpers separiert wird. Abhängig vom jeweiligen Verfahren werden bestimmte Blut- oder Plasmabestandteile entfernt, oder das Plasma teilweise oder vollständig ersetzt. Die verbleibenden beziehungsweise behandelten Blutbestandteile werden anschließend in den Kreislauf zurückgeführt.
Welche Bestandteile erfasst werden und wie selektiv die Behandlung erfolgt, hängt vom eingesetzten Aphereseverfahren ab. Entsprechend unterscheiden sich die verschiedenen Verfahren hinsichtlich ihres Wirkprinzips, ihrer Zielstrukturen und ihrer medizinischen Indikationen.
Zu den therapeutischen Aphereseverfahren zählen unter anderem Plasmaphereseverfahren, der therapeutische Plasmaaustausch (TPE), die Lipoproteinapherese und die Immunadsorption.
Wer von Apherese profitiert
Therapeutische Apherese Verfahren kommen bei definierten medizinischen Indikationen zum Einsatz. Welches Verfahren geeignet ist, richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung, der jeweiligen Zielstruktur und der individuellen klinischen Situation.
· Die Lipoproteinapherese kann bei schweren Fettstoffwechselstörungen eingesetzt werden, die trotz ausgeschöpfter lipidsenkender Therapie nicht ausreichend kontrolliert werden können. Bei isolierter Lipoprotein(a)-Erhöhung kommt sie insbesondere bei stark erhöhtem Lp(a) und gleichzeitig progredienter kardiovaskulärer Erkrankung trotz konsequenter Behandlung der übrigen Risikofaktoren infrage.
· Therapeutischer Plasma austausch (TPE) wird bei definierten immunologischen, neurologischen und hämatologischen Erkrankungen eingesetzt, beispielsweise bei thrombotisch-thrombozytopenischer Purpura (TTP) sowie in bestimmten klinischen Situationen bei Myasthenia gravisoder Guillain-Barré-Syndrom.
· Immunadsorption dient der gezielten Entfernung von Immunglobulinen beziehungsweise pathogenen Autoantikörpern und kann bei ausgewählten antikörpervermittelten Erkrankungen eingesetzt werden, beispielsweise bei bestimmten neurologischen Autoimmunerkrankungen.
· Plasmaphereseverfahren (auch Doppelfiltrationsplasmapheresen- DFPP) kommen bei ausgewählten, klar definierten Indikationen zum Einsatz, bei denen die Entfernung bestimmter krankheitsrelevanter Plasmabestandteile therapeutisch sinnvoll ist. Dazu gehören – abhängig vom jeweiligen Verfahren – beispielsweise bestimmte immunologisch vermittelte, neurologische oder hämatologische Erkrankungen.
Apherese im Buff Medical Resort
Im Buff Medical Resort setzen wir die Doppelfiltrationsplasmapherese (DFPP) bei ausgewählten Patienten und nach individueller ärztlicher Indikationsstellung ein. Voraussetzung sind eine sorgfältige Anamnese und Diagnostik sowie eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung. Abhängig vom Krankheitsbild kann eine Doppelfiltrationsplasmapherese beispielsweise bei bestimmten immunologisch vermittelten Erkrankungen als therapeutische Option infrage kommen. Für einzelne Autoimmunerkrankungen liegen klinische Daten zur Anwendung der DFPP vor; Indikation und Stellenwert des Verfahrens unterscheiden sich jedoch jenach Erkrankung und klinischer Situation.
Auch bei nachgewiesener erhöhter Belastung mit bestimmten Umweltstoffen kann die mögliche Anwendung im individuellen Fall geprüft werden. Untersuchungen zeigen, dass sich beispielsweise bestimmte per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen(PFAS) durch DFPP aus dem Plasma entfernen lassen. Ob und in welchem Umfangdaraus ein klinisch relevanter gesundheitlicher Nutzen entsteht, ist derzeit jedoch nicht abschließend geklärt; die Anwendung zu diesem Zweck ist bis lang keine etablierte leitlinienbasierte Standardtherapie.
Da es sich um ein invasives extrakorporales Verfahren handelt, steht vor jeder Behandlung die medizinische Indikationsstellung. Dabei werden die vorhandene Evidenz, mögliche Behandlungsalternativen sowie individuelle Risiken und der potenzielle Nutzen gegeneinander abgewogen und mit den Gästen des Buff Medical Resorts ausführlich besprochen.
Erfahren Sie mehr darüber, welche Therapieoptionen fürIhre individuelle Situation in Frage kommen.
FAQ
Was ist Lipoprotein-Apherese?
Die Lipoproteinapherese ist ein extrakorporales Verfahren zur gezielten Absenkung atherogener Lipoproteine, insbesondere LDL und Lipoprotein(a), aus dem Blutbeziehungsweise Plasma. Sie kommt bei ausgewählten Patienten mit schweren Fettstoffwechselstörungen zum Einsatz, beispielsweise bei familiärer Hypercholesterinämie, wenn trotz ausgeschöpfter beziehungsweise maximal tolerierter lipidsenkender Therapie keine ausreichende Kontrolle erreicht werden kann.
Wann ist Apherese sinnvoll?
Therapeutische Aphereseverfahren kommen bei ausgewählten medizinischen Indikationen zum Einsatz. Da sich die einzelnen Verfahren in ihren Wirkprinzipien und Zielstrukturen unterscheiden, wird die Indikation individuell sowie verfahrens- und erkrankungsspezifisch gestellt.
Was ist Lipoprotein(a) und warum ist es relevant?
Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein überwiegend genetisch bestimmtes Lipoprotein und ein unabhängiger Risikofaktor für atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen und Aortenklappenstenose. Die Lp(a)-Konzentration lässt sich durch Lebensstilmaßnahmen kaum beeinflussen; auch Statine führen nicht zu einer relevanten Senkung. Erhöhte Lp(a)-Werte sind mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall assoziiert. Die Lipoproteinapherese kann Lp(a) wirksam absenken, kommt jedoch nur bei definierten medizinischen Indikationen zum Einsatz.

.jpg)

